Diabetische Retinopathie

Jeder Diabetiker kann im Laufe seines Lebens an einer Netzhautbeteiligung bei Diabetes (diabetischer Retinopathie) erkranken. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit der Anzahl der Jahre, in denen die Diabeteserkrankung besteht, zu. Patienten mit schlechten Blutzuckerwerten erkranken häufiger, aber auch bei sehr guter Diabeteseinstellung ist eine Netzhautbeteiligung möglich, daher sollten auch Diabetiker, die bislang keine Augenerkrankung hatten regelmässig die Netzhaut untersuchen lassen. 

Symptome und Ursachen einer Diabetischen Retinopathie:

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Die Frühstadien der diabetischen Netzhauterkrankung machen keine Beschwerden! Beschwerden, wie verschwommenes Sehen, verzerrtes Sehen, treten oft erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien auf. Wichtig ist es aber, die Erkrankung im Frühstadium zu entdecken und zu behandeln, da bei einmal eingetretenem Sehverlust oft nur noch eine begrenzte Erholung der Sehkraft durch die Behandlung möglich ist. Allerdings sollten auch fortgeschrittene Stadien noch therapiert werden, da es unbehandelt zur Erblindung kommen kann.

Bei Diabetes kann es zu einer Schädigung der Blutgefässe und zu Durchblutungsstörungen im Bereich der Netzhaut kommen.

Vorhandene Blutgefässe können vermehrt durchlässig werden. Es kann zu Ablagerung von Flüssigkeit, Eiweiss oder Fetten in Netzhautgefässen kommen.

Die Konzentration von Wachstumsfaktoren VEGF (Vascular endothelial growth factor, siehe die alterbedingte Makuladegeneration), ist bei der diabetischen Netzhauterkrankung erhöht. Dadurch kann es zu einer Schwellung im Bereich der Makula (Makulaödem) kommen, diese Schwellung ist die häufigste Ursache des Sehverlusts und der Erblindung bei Patienten mit Diabetes.

Die Wachstumsfaktoren können nach gewisser Zeit zu Gefässneubildung führen nicht nur an der Netzhaut, sondern auch im Vorderen Augenabschnitt. Die retinalen neugebildeten Gefässe können einbluten und später zu schrumpfen beginnen. Die geschrumpften und fibrotisierten Gefässe können dann die Netzhaut abheben. Die neugebildeten Gefässe im vorderen Teil des Auges führen zu einem sehr schwierig kontrollierbaren Grünen Star (Glaukom), da sie den Abfluss vom Kammerwasser blockieren.

Behandlung einer Netzhautablösung

Zur Behandlung des diabetischen Makulaödems werden Medikamente eingesetzt, die das VEGF hemmen.

Bei Durchblutungsstörungen der Netzhaut und in fortgeschrittenen Stadien der diabetischen Netzhauterkrankungen, bei denen es zur Wucherung krankhafter Gefässe kommen kann, wird eine Lasertherapie oder unter Umständen auch eine Operation (Vitrektomie) erforderlich.