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Geschlechtskrankheiten

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es, welche Symptome haben Sie, wie werden sie behandelt und wie können Sie sich schützen? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Übersicht der häufigsten Geschlechtskrankheiten

Krankheit    Inkubationszeit       Symptome   

HIV / AIDS 

Monate bis Jahrzehnte    

Schwächung des Immunsystems, Auftreten Opportunistischer Krankheiten    

Gonorrhö (Tripper)  

2 - 10 Tage  

Gereizte, entzündete Stellen an Genitalien und / oder Anus, Juckreiz, eitriger Ausfluss    

Lues (Syphillis)  

Etwa 3 Wochen   Geschwüre, Hautausschlag    
Chlamydien   1 - 6 Wochen   Gereizte, entzündete Stellen an Genitalien und / oder Anus, Juckreiz, Ausfluss    
Humanes Papiloma Virus (HPV)   Wochen bis Monate   Warzen, Feigwarzen    
   Diagnostik  Behandlung  Heilung
 HIV / AIDS

 Nach 6 - 12 Wochen

 Spezielle Medikamente  Nein, aber gute Behandlungserfolge
 Gonorrhö

 Nach 2 - 3 Wochen

 Antibiotika  Ja
 Lues

 Nach 3 - 4 Wochen

 Antibiotika  Ja, wenn frühzeitig erkannt
 Chlamydien

 Nach 2 -3 Wochen

 Antibiotika  Ja
 HPV

 Nach einigen Wochen

 Lokal durch Medikamente, chirurgische Entfernung oder Verätzung Ja

Was sind Geschlechtskrankheiten und wie werden sie übertragen?

Geschlechtskrankheiten werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Möglichkeit einer Infektion besteht bei Vaginal-, Anal- und Oralverkehr. Häufige Symptome sind juckende oder schmerzende Hautveränderungen im Genitalbereich, wie zum Beispiel Rötungen, Pickel, Bläschen, Warzen oder Geschwüre. Auch brennende Schmerzen beim Wasserlassen können ein Anzeichen für eine Infektion mit einer Geschlechtskrankheit sein. Manchmal kommt es auch zu ungewohntem Ausfluss von Flüssigkeiten aus der Vagina, dem After oder dem Glied.

Was sind Symptome von Geschlechtskrankheiten und wie werden sie getestet?

HIV / AIDS

HIV (Human Immunodeficiency Virus) ist nicht gleich AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrom). Bei HIV handelt es sich um das Virus, mit dem sich Menschen infizieren können. Nach einer Infektion kann es sein, dass Betroffene lange Zeit, oftmals über mehrere Jahre keine Symptome zeigen, da die Inkubationszeit des HI-Virus sehr lange sein kann. Das Virus greift die Zellen des menschlichen Immunsystems an und schwächt die Fähigkeit des Körpers, andere Krankheitserreger zu bekämpfen. So erkranken Betroffene zunehmend an sogenannten Opportunistischen Krankheiten, deren Ausbrechen das Immunsystem normalerweise verhindern würde. Sobald solche opportunistischen Infektionen auftreten, spricht man von AIDS. Mit der Zeit wird das Immunsystem immer weiter geschwächt, bis der menschliche Organismus durch die Vielzahl an nicht bekämpfbaren Krankheiten zu Grunde geht.

Die Diagnostik erfolgt meist über eine Blutuntersuchung mittels eines sogenannten ELISA-Tests. Es wird getestet, ob der Körper bereits Antikörper gegen den HI-Virus gebildet hat. Diese wären im Blut auffindbar und würden ein positives Ergebnis zeigen. Da es erst einige Zeit dauert, bis der Körper diese Antikörper gebildet hat, kann eine HIV-Infektion erst nach fünf bis sechs Wochen einigermassen sicher festgestellt werden, sicher erst nach ca. 12 Wochen.

Gonorrhö (Tripper)

Dieser Krankheit liegt eine Infektion durch Bakterien, die Gonokokken (Neisserie gonnorhoeae) zu Grunde. Sie befallen die Schleimhäute der Geschlechts- und Harnorgane, Infektionen des Anus, Rachens und der Augen sind auch möglich, aber selten. Ohne Behandlung kann sich die Gonorrhö über den ganzen Körper ausbreiten. Die Inkubationszeit kann zwischen zwei und zehn Tagen betragen. Die Tripper Diagnostik erfolgt nach etwa zwei Wochen durch einen Abstrich, oder eine Harn- oder Blutuntersuchung.

Bei Männern kommt es durch die Infektion meist zu Entzündungen des Harnleiters, selten der übrigen Teile des Geschlechtsorgans. Die Symptome und Anzeichen der Gonorrhö sind oftmals Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen und eitriger, riechende Ausfluss aus dem Glied. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es zu einer Unfruchtbarkeit kommen.

Haben sich Frauen mit den Tripper Erregern infiziert, so ist meistens erst der Gebärmutterhals betroffen, der sich entzündet und zu unangenehm riechendem Ausfluss aus der Vagina führt. In selteneren Fällen kann auch die Vaginalschleimhaut von der Entzündung betroffen sein. Weitere Gonorrhö Symptome bei Frauen sind zum Beispiel Schmerzen und Juckreiz im Genitalbereich, sowie im Anus. Auch Frauen können durch eine nicht-Behandlung unfruchtbar werden.

Lues (Syphilis)

Die Syphilis wird durch das Bakterium Treponema Pallidum übertragen und lässt sich in vier Stadien unterteilen. Die Diagnostik erfolgt durch einen Bluttest.

Primärstadium der Lues – Etwa 3 Wochen nach Übertragung der Erreger entsteht, je nach Art des auslösenden Geschlechtsverkehrs, ein kleines Geschwür am Penis, im Bereich der Vagina, im Anus oder in Mund und Rachen. Häufig heilen diese Geschwüre binnen weniger Wochen von alleine wieder ab und bleiben daher unbemerkt.

Sekundärstadium der Lues – Nach ca. acht Wochen bekommen Betroffene grippeartige Symptome, sowie einen Hautausschlag. Die Lymphknoten schwellen an. Aus den Pappeln des Hautausschlags tritt oft eine klare Flüssigkeit aus. Diese ist höchstansteckend. Auch die Augen können betroffen sein. Diese Hautveränderungen klingen nach wenigen Monaten wieder ab, kehren allerdings meist wieder, wenn keine Behandlung initiiert wird.

Tertiärstadium der Lues – Jahre nach der Infektion breitet sich die Syphilis bei ausbleibender Behandlung auf den ganzen Körper aus. Es bilden sich Geschwüre an wichtigen inneren Organen, was lebensgefährlich sein kann.

Quartiärstadium der Lues – Das vierte Stadium der Syphilis wird auch als Neurolues bezeichnet, da hier das Gehirn und die Nervenbahnen von der Infektion betroffen sind. Dies kann zum Verlust an intellektuellen, sprachlichen und   motorischen Fähigkeiten, sowie zu veränderten Wahrnehmungsfunktionen führen.

Chlamydien

Die Ursache der Chlamydien liegt bei einer Übertragung durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Das Auftreten der ersten Symptome geschieht manchmal bereits nach einer Woche, kann aber auch bis zu sechs Wochen dauern. Das Krankheitsbild besteht aus gereizten, juckenden Stellen im Genitalbereich, zum Beispiel an Schamlippen und Hoden, sowie am Anus, ungewöhnlichem Ausfluss aus Vagina, Penis oder After und Brennen beim Wasserlassen. Ein Ausbleiben der Behandlung kann bei Männern, wie bei Frauen, eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Der Chlamydien Test erfolgt über einen Abstrich oder eine Urinuntersuchung und liefert bereits zwei bis drei Wochen nach dem infektiösen Geschlechtsverkehr solide Aussagen.

Humanes Papillomvirus (HPV)

Diese Geschlechtskrankheit kann ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Die HP-Viren sind zum Beispiel verantwortlich für die Ausbildung von Gebärmutterhalskrebs. Des Weiteren gehen Forscher von schwerwiegenden Folgen, wie Vaginal-, Anal-, oder Peniskarzinomen aus. Meist bilden sich jedoch gutartige Tumore an den infizierten Schleimhäuten im Genital-, Anus- oder Mundbereich. Diese Krebsgeschwüre sind auch als Warzen, zum Beispiel Feigwarzen, bekannt. Ein Grossteil der Infektionen verläuft jedoch beschwerdefrei. Falls sich Symptome ausbilden, geschieht dies innerhalb von Wochen bis Monaten nach der Infektion. Die Humanen Papillomviren sind DNA-Viren. Somit lässt sich eine Infektion über eine Testung des Erbgutes feststellen (Polymerasekettenreaktion). Hierfür wird ein Abstrich der Schleimhäute entnommen.

Wie kann man Geschlechtskrankheiten behandeln?

HIV / AIDS

Das Hi-Virus verändert laufend seine Oberfläche, ähnlich wie ein Chamäleon kann es nicht erkannt und gefasst werden und ist somit mit bisherigen Mitteln der Medizin nicht eliminierbar. Allerdings gibt es Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit erheblich vermindern und so HIV-Infizierte bei frühzeitiger und vorschriftsmässiger Behandlung eine ähnlich hohe Lebenserwartung haben wie HIV-negative Menschen.

Tripper (Gonorrhö)

Eine Gonorrhö Behandlung erfolgt in der Regel durch Antibiotika. Auch der Intimpartner sollte mitbehandelt werden, da es sonst zu immer wiederkehrenden gegenseitigen Ansteckungen kommen kann. Es ist bei der Therapie wichtig, vom Hautarzt überprüfen zu lassen, wie gut die Medikamente die Tripper Symptome eindämmen, um eine Resistenz auszuschliessen.

Syphilis (Lues)

Zur Behandlung der Lues werden Medikamente, meist Antibiotika verabreicht. Eine Syphiliserkrankung kann hierdurch bei frühzeitiger Erkennung und Therapie geheilt werden.

Chlamydien

Die Chlamydien Behandlung besteht aus einer medikamentösen Therapie, meist mit Antibiotika, die beide Intimpartner in Anspruch nehmen sollten, um sich nicht immer wieder gegenseitig anzustecken.

Humanes Papillomvirus (HPV)

Zur Behandlung einer HP-Infektion werden infizierte Stellen lokal mit Medikamenten therapiert, chirurgisch entfernt oder verätzt. 

Wie kann man sich vor Geschlechtskrankheiten schützen?

Vor allem wenn Sie mehrere und häufig wechselnde Intimpartner haben, sollten Sie beim Sex Kondome oder andere Verhütungsmittel, wie zum Beispiel dünne Latextücher bei Oralsex, verwenden, um sich vor der Übertragung von Erregern zu schützen. Nicht nur bei Vaginal-, sondern auch bei Anal- und Oralverkehr können Erreger übertragen werden. Generell ist es ratsam, sich regelmässig vom Arzt hinsichtlich Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen, um eventuelle Infektionen früh behandeln zu können.

Es kann vorkommen, dass mit einer Geschlechtskrankheit infizierte Menschen keine Symptome ausbilden und somit von Ihrer eigenen Infektion nichts wissen. Auch Infizierte ohne Krankheitserscheinungen können andere Personen anstecken.

Zum Schutz vor einer Papillomavireninfektion gibt es Impfstoffe, die einem Grosszeil der HP-Viren vorbeugen.

HIV- und AIDS-Prävention

Grundliegende Regeln

Auch hier gelten die Regeln der Verhütung mit Kondomen, Latextüchern und anderen Verhütungsmitteln, die das Austauschen von Körperflüssigkeiten minimieren.

Ich hatte ungeschützten Sex mit einer HIV-positiven Person – was kann ich tun?

Sollten Sie einen Risikokontakt gehabt haben, besteht die Möglichkeit einer Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). Hierbei werden Medikamente verabreicht, die eine HIV-Infektion mit relativ grosser Wahrscheinlichkeit abwenden können. Diese Massnahme muss innerhalb der nächsten 48h nach dem Risikokontakt ergriffen werden und dauert über etwa vier Wochen an.

Was mache ich, wenn mein Partner HIV-positiv ist?

Generell sollten Sie auf sorgfältige Verhütung achten. Darüber hinaus kann eine medikamentöse Prä-Expositions-Prophylaxe (PREP) angewandt werden, die die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion erheblich senkt. Diese Massnahme ist jedoch kein Ersatz für sorgfältige Verhütung.