Pallas Kliniken
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Krampfadern

 Krampfadern sind oberflächliche, erweiterte, teils knotige Venen. Wenn Krampfadern vorliegen nennt man dies in der medizinischen Fachsprache Varikose oder auch Varikosis.

Venenabklärung

Eine exakte Abklärung der Venen ist erforderlich, um abschätzen zu können, ob oder in welchem Ausmass die Symptome auf eine Venenerkrankung zurückzuführen sind oder nicht, und es erlaubt eine differenzierte Therapie-Planung.

Zur Abklärung stehen uns in den Pallas Kliniken nebst der klinischen Untersuchung und der Erhebung der Anamnese folgende Abklärungsmethoden zur Verfügung:

  • Venendruckmessung
  • Pletysmographie
  • Duplex-Ultraschall zur Untersuchung und Messung des Blutflusses in der Venen sowie zur Beurteilung der Funktion der Venenklappen

In den Pallas Kliniken klären wir zuerst ab, ob es sich bei der Erkrankung um primäre oder sekundäre Krampfadern handelt. Bei der primären Form liegt meistens eine Schwäche der Venenklappen vor. Im Gegensatz dazu entwickeln sich sekundäre Krampfadern auf dem Boden einer anderen Venenerkrankung. Meist ist dafür eine Thrombose in den tiefen Leitvenen verantwortlich.

Für die Behandlungsplanung ist es entscheidend, exakt zu erkennen, welche Venenabschnitte betroffen sind. Sind es die Hauptvenen, die Seitenäste oder nur die kleinen Venen in der Haut.

Nach Abschluss der Untersuchungen werden Ihnen in Ihrer Pallas Klinik die Ergebnisse auf eine verständliche Weise erklärt und die notwendigen therapeutischen Massnahmen erläutert.

Primäre und sekundäre Varikose

Die sogenannte primäre Varikose ist eine degenerative Erkrankung der Venenwand. Die sekundäre Varikose entsteht infolge anderer Venenerkrankungen, z.B. nach einer Beinvenenthrombose als Umgehungskreislauf über das oberflächliche Venensystem.

Retikuläre Varikose

Retikuläre Varikosen sind in der Unterhaut liegende, verzweigte Krampfadern ohne Einfluss auf den venösen Blutabfluss. Durch den grösseren Durchmesser als bei Besenreisern handelt es sich aber um ästhetisch-kosmetisch besonders  störende Gefässe. Sie werden in hohem Prozentsatz vererbt: Bei Befall eines Elternteils zu über 40%, sind beide Eltern betroffen sogar zu über 80%.

Einfluss auf Entstehung und Ausprägung haben auch hormonelle Einflüsse, Schwangerschaft, Übergewicht, falsche Ernährung, körperliche Inaktivität, Temperatur und  andere Umwelteinflüsse.

Die retikuläre Varikose bildet sich im Gegensatz zur sogenannten Stammvarikose eher im mittleren und höheren Lebensalter aus und neigt, unabhängig von vorausgegangener Behandlung, zu sogenannten Rezidiven: also zum Wiederauftreten.

Therapien

Miniphlebektomie

Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff in Lokal-Anästhesie mit hohem Anspruch an die Ästhetik. In unserer Klinik wird diese Art der Varikose mit einem speziellen Instrumentarium, dem sogenannten Müller-Häkchen, über feinste Hautstiche  sequentiell in Etappen «herausgehäkelt». Die feinen  Einstiche in die Haut müssen nicht zugenäht werden, sondern werden mit Pflastern verklebt. Nach dem Eingriff wird ein spezieller Kompressionsverband angelegt, um das Entstehen von Hämatomen möglichst zu vermeiden. Am Folgetag erhalten Sie für eine Woche einen Kompressionsstrumpf nach Mass, Sie können aber Ihren gewohnten Tätigkeiten ohne Einschränkung nachgehen.

Sklerotherapie

Alternativ bietet sich in geeigneten Fällen die Sklerotherapie an, vorzugsweise mit aufgeschäumtem Verödungsmittel. Hierzu sind nur wenige Sitzungen notwendig und der Patient  stellt sich ein bis zweimal jährlich vor.

Seitenastvarikose

Von einer Seitenastvarikose – Seitenastkrampfadern – spricht man, wenn zur Stammvene zuführende Seitenäste durch funktionsgestörte Venenklappen einen Rückfluss fusswärts erleiden. Solche  Varizen  entstehen am Oberschenkel, wenn aus der Leistenmündung  durch  einen Klappendefekt Blut rückwärts strömt. Noch häufiger treten diese Varizen am Unterschenkel als sogenannte Bogenvarizen auf.

Weiterhin können Seitenastkrampfadern über Rückstrom von Blut aus den Verbindungsvenen (Perforantes) – vom oberflächlichen zum tiefen Venensystem – entstehen.

Therapie

Seitenastkrampfadern werden klassischerweise in Lokalanästhesie über kleine Hautstiche in Form der «Mini–Phlebektomie» mit speziellen Häkchen sequentiell entfernt. Bei geradem Verlauf dieser Varizen und entsprechendem Kaliber (Durchmesser) lassen sie sich auch mit einem Pin–Stripper in Etappen ziehen. Auch hier steht alternativ die Schaumsklerosierung zur Verfügung.

Perforans-Varizen

An Ober – und Unterschenkel sind etagenförmig bis zu 80 Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem angelegt und führen einen Teil des venösen Blutes von der Oberfläche in das tiefe Beinvenensystem. Im Fall eines Klappendefekts setzen sich Druck – und Volumenschwankungen im tiefen Venensystem direkt in das oberflächliche Venensystem fort, so dass es zu krankhaften Erweiterungen – Perforans-Krampfadern – kommen kann.

Therapie

Die klassische Therapie dieser Form von Varikose ist in der Regel eine Operation. Die defekte Vene kann hier direkt durch einen Hautschnitt über der Varize unterbunden oder durchtrennt werden, bei entzündlichem Gewebe im Bereich der Vene  auch endoskopisch. Bei alleinigem Auftreten der Perforans-Varikose erfolgt die Behandlung in Lokalanästhesie, oder bei gleichzeitiger Behandlung einer Stammvarikose in der geeigneten Narkoseform. Diese bespricht Ihr Arzt jeweils mit Ihnen. Alternativ und in geeigneten Fällen, ist auch die Behandlung mittels Schaumverödung möglich.

Stammvarikose

Die Stammvenen, die sogenannten «grosse Rosenvene» (Vena saphena magna) und die «kleine Rosenvene»  (Vena saphena parva) sind die grössten Venen im oberflächlichen Venensystem und führen das Blut aus der Peripherie vom Fuss zurück zur Leiste und Kniekehle und stehen über Kurzschlussverbindungen auch im Zusammenhang mit den Verbindungsvenen zum tiefen Venensystem.

Sie können in ganzer Länge oder auch nur in Segmenten und Etappen Venenklappen haben, die nicht mehr schliessen können, was durch entsprechende Diagnostik mittels Ultraschall nachweisbar ist und zu  individuell angepassten Therapie-Massnahmen führt.

Klassische Therapie

Bei komplettem Blutrückfluss  aus der Leiste oder der Kniekehle ist die klassische Operation nach wie vor der Therapie-Goldstandart. Dabei wird die Vene vom tiefen Venensystem von der Mündungsklappe an abgekoppelt und ein «Stripping» durchgeführt, d.h. die krankhaften Venenanteile werden mit einer flexiblen Nabatoff-Sonde oder bei kurzstreckigen Venen mit einem PIN-Stripper entfernt. Seit 1981 erfolgt das stadiengerechte Stripping nach Hach, d.h., nur erkrankte Anteile der Venen werden entfernt, die gesunden bleiben erhalten und stehen bei Bedarf später zur Verwendung als Bypass  für  Ersatz der Herzkranzgefässe und dem sogenannten «Raucherbein» zur Verfügung. Nachuntersuchungen über mehr als 10 Jahre nach der OP zeigen bei dieser Therapie die besten Ergebnisse bezüglich dauerhaftem Erfolg und niedrigster Rate wiederkehrender Varizen.

Diese Methode wird in unserer Klinik mit sehr grosser Erfahrung und sehr guten Ergebnissen durchgeführt. Unser leitender Arzt Dr. med. Klaus Theodor Wolf zählt, mit über 20'000 erfolgreich durchgeführten Operationen aller Schwierigkeitsgrade am Venensystem, zu den führenden Gefässchirurgen.

Endoluminale Laserobliteration

Als ambulante Alternative zum operativen Vorgehen, zum sog. Venenstripping, welches meist im Spital in Narkose durchgeführt wird, eignet sich die endoluminale Laserobliteration, ELT, ebenfalls zum Entfernen der erkrankter Stammvenen (V. saphena magna).

Bei diesem Verfahren wird die Stammvene nicht entfernt, sondern mit Hilfe eines Katheters von innen erwärmt und durch das somit eintretende Schrumpfen der Vene verschlossen. Dem Verfahren liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Stammvene nur funktionell ausgeschaltet werden muss, d.h. eine Entfernung ist nicht zwangsläufig notwendig. Die zusammengeschrumpfte Stammvene wird dann im Verlaufe von Monaten bindegewebig umgebaut.

Dazu wird die erkrankte Vene meist im Kniebereich lediglich mit einer Nadel punktiert. Durch die Punktionsnadel wird der Laserkatheter in der Vene unter Ultraschallkontrolle vorgeschoben und platziert. Danach wird durch eine kontrollierte Laserenergieabgabe die Vene kontinuierlich verschlossen (= Thermoablation-) und die Laserfaser anschliessend wieder zurückgezogen. Hautschnitte sind keine erforderlich.

 Das Rezidivrisiko liegt ähnlich wie nach einem konventionellen Stripping bei 5-10%.

Vorteile der Methode

  • Der Vorteil dieser Methode liegt im ambulanten Verfahren ausserhalb des Spitals.
  • Eine Narkose ist nicht erforderlich, der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt.
  • Das Risiko ist geringer, da die Hospitalisation wegfällt.
  • Die Rückkehr zur Arbeit erfolgt rascher.
  • Kompressionstrümpfe müssen weniger lange getragen werden.

Komplikationen

Nach dem Eingriff können Blutergüsse auftreten, die vom Körper allerdings wieder resorbiert werden. Gelegentlich kann sich ein verhärteter, manchmal schmerzhafter Strang im Bereich der entfernten Vene bilden, welcher in den allermeisten Fällen vom Körper wieder abgebaut wird. Besonders bei schlanken Patienten mit oberflächlichen Venen, kann der Verschluss der Krampfader an der darüber liegenden Haut zu meist vorübergehenden bräunlichen Verfärbungen führen. Eine tiefe Beinthrombose ist selten (unmittelbar nach dem Eingriff werden vorbeugende Medikamente gegeben). Es können Gefühlsstörungen infolge von Verletzungen kleiner Hautnerven auftreten. Diese verschwinden in aller Regel wieder.

Sehr selten kann es dazu kommen, dass die Vene nicht verschlossen wird oder sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder öffnet. Dann stehen immer noch die chirurgische Therapie oder nochmals ein endovenöses Verfahren zur Verfügung.

Da aber die genetische Anlage des Patienten, Krampfadern zu bilden, nicht beeinflusst werden kann, können Krampfadern prinzipiell neu entstehen. Verschiedene Studien zeigen, dass die Ergebnisse mit modernen endovenösen Verfahren mittel- und langfristig mit denjenigen der konventionellen Chirurgie vergleichbar sind.

Phlebektomie (Häckelmethode)

 Bei der Phlebektomie werden die erweiterten Blutgefässe durch winzige 2-3mm lange praktisch narbenfreie Einschnitte in die Haut entfernt. Die Anzahl der sog. Inzisionen variiert je nach Länge der Krampfader. Diese besonders gewebeschonende und schmerzfreie Technik gewährleistet medizinisch wie kosmetisch optimale Erfolge.

Der Eingriff wird in einer besonderen Form der örtlichen Betäubung, der sog. Tumeszenz-Lokalanästhesie durchgeführt. Nach diesem in den USA entwickelten Verfahren (bis zu 6 Stunden anhaltende Schmerzfreiheit bei minimalem Blutverlust) sind die meisten Patienten bereits 1 Stunde nach dem Eingriff wieder kreislaufmobil und können erste kleine Spaziergänge unternehmen.

Wie bei allen Veneninterventionen kann bei aller Sorgfalt nicht immer vermieden werden, dass sich nach einiger Zeit wieder neue Venen erweitern und Varizen bilden können.

Rezidivvarikose

Unter einer Rezidivvarikose versteht man ein erneutes Auftreten einer Krampfaderkrankeit von demselben Typ und in derselben Region, in der die Vor-OP stattfand, meist mit entsprechenden Beschwerden.

Oft handelt sich dabei um ehemals doppelt angelegte Gefässe  -  bei der Erstoperation  waren die noch funktionsfähig, sind später aber aufgrund defekter Venenklappen  zur Krampfader degeneriert - oder es kam bei der Erstoperation zur inadäquaten Therapie.

Die Diagnose wird mittels Ultraschall, in seltenen Fällen mittels Phlebographie (Röntgen mit Kontrastmittel) gestellt.