Pflegevisite

Die Pflegevisite ist ein regelmässiger Besuch bei den Patientinnen und Patienten. Durch ihr Mitbestimmungsrecht sind die Begriffe «Patientin» und «Patient» jedoch falsch gewählt. Vielmehr passen die Bezeichnungen «Klientin» und «Klient». Bei jedem Besuch folgt ein Gespräch mit der Klientin und dem Klienten über ihren Pflegeprozess.

pflegevisite

Die Pflegevisite dient folgenden Massnahmen, die gemeinsam mit den Patienten getroffen werden:

  • Diagnose
  • Alle damit verbundenen, pflegerischen Massnahmen und Fixzeiten
  • Gemeinsame Erstellung der Pflegeplanung
  • Tägliche Überprüfung der gesetzten Massnahmen und Ziele
  • Gemeinsame Festlegung evtl. neuer Massnahmen und Ziele

Ablauf der Pflegevisite

Die Mitarbeiter des Früh- und Spätdienstes gehen mit den Patientenunterlagen zu der Patientin oder zum Patienten. Dabei soll die Gesprächsebene immer angeglichen werden. So setzen sich die Mitarbeiter ans Kopfende des Bettes, sofern die Patienten im Bett liegen oder sie setzen sich gemeinsam mit den Patienten – sofern diese mobil sind – an einen Tisch.

Im Gespräch beziehen sowohl Ärzte als auch Pflegende die Patientinnen und Patienten immer aktiv mit ein. Auch eine kontinuierliche Information hat oberste Priorität, damit die Patienten keine Überraschungen erleben. Beispielsweise stellen Mitarbeitende, die ihren Tagesdienst beenden, den Patienten die Person vor, die als nächstes die Betreuung übernimmt.

Gleichzeitig können die Patienten dem Pflegepersonal ihre Situation schildern; es werden nicht nur die vorhandenen Unterlagen und Diagnosen als relevant betrachtet. Denn ein Mensch, der zum Erzählen aufgefordert wird, wird mit dem beginnen, was ihn am meisten beschäftigt und was ihm am nächsten und wichtigsten ist. Auf diese Weise ergibt sich das Gesprächsthema, und es zeigt sich, welche Bedürfnisse, Fragen und Probleme der Klient hat. Er schildert aber auch, welche Erwartungen er an die Klinik und das Personal hat.